Klimakrise: Wie viel Zeit bleibt uns noch?

Klimakrise: Wie viel Zeit bleibt uns noch?

“Das Zeitfenster, in dem wir handeln können, schließt sich.”, “Wir müssen JETZT etwas unternehmen!” und “Klimaneutral bis 2040.” Alles wichtige Aussagen, die wir beinahe täglich hären, aber was bedeuten sie genau? Wer hat denn recht? Müssen wir:
a) jetzt
b) demnächst

handeln, oder können wir uns bis 

c) 2040 noch zurücklehnen und nichts machen?

 

Die erste unangenehme Nachricht: Viel Zeit bleibt uns nicht mehr

Zumindest, haben wir laut der CO2-Uhr des Mercator-Instituts noch knapp 4 Jahre Zeit, um im 1,5° Ziel zu bleiben. 4 Jahre, dann ist das CO2-Budget, um dieses Ziel zu erreichen, aufgebraucht. Die CO2-Uhr zeigt an, wie viel Kohlendioxid die Menschen noch in der Atmosphäre ablagern können, ohne dabei die 1,5°C Erderhitzung zu überschreiten. Die 1,5°C-Erwärmung bezieht sich dabei auf die globale Temperatur vor der Industriealisierung, nicht die aktuelle Temperatur. Als Ausgangspunkt der Berechnung des CO2 Budgets dient die Schätzung des International Panel on Climate Change (IPCC). Diese besagt, dass die Atmosphäre der Erde mit Stand 2020 noch etwa 400 Gigatonnen CO2 aufnehmen kann, damit das 1,5°C-Ziel mit 66-prozentiger Wahrscheinlichkeit erreicht werden kann. Wenn dieses Budget aufgebraucht ist, sind die 1,5°C+ nicht mehr aufzuhalten. Auch mindestens 3 der globalen Kipppunkte könnten bei Überschreitung der 1,5°C erreicht werden. Diese sind auch nicht mehr umkehrbar

 

Die zweite unangenehme Nachricht: Die Lösungen erfordern von uns, dass wir gewisse Gewohnheiten ändern müssen.

Wir kennen die Lösungen, jetzt müssen wir sie nur mehr umsetzen. Das heißt, dass wir einiges umdenken müssen. Vieles neu-erlernen und einiges verlernen. Das bedeutet etwa, dass wir neue Wege finden müssen, um nachhaltig zu Wirtschaften. (Wirtschaft und Klimaschutz sind kein “entweder - oder”, sondern können gleichzeitig geschehen.)

Ebenfalls gilt es, Bequemlichkeiten zu erkennen und so gut wie geht reduzieren: Fleisch und tierische Produkte durch gesundes, buntes und köstliches Gemüse ersetzen. Öffentliche Verkehrsmittel über das Auto bevorzugen. Unser hart erarbeitetes Geld nicht mehr für Schrott ausgeben, dass nach 3 Monaten im Müll landet. Sich eingestehen, dass die neuesten Klamotten, Tools und Gadgets einen nicht liebenswerter machen. Oder realisieren, dass die Kamera des neuesten iPhones wirklich nicht so viel besser ist als die des aktuellen iPhone (welches noch einwandfrei funktioniert).

Das Konsumverhalten, wie es aktuell gewirtschaftet, vermarktet, gelebt und glorifiziert wird, muss sich ändern.

 

Positivbeispiel: Die Wasserkrise in Kapstadt

Ein ähnliches “Uhren Modell” gab es bereits im Kontext zu Kapstadts Wasserkrise. Der sogenannte “Day Zero” (Der Tag, an dem einer Stadt oder einem Ort das Wasser ausgeht) hätte laut den Berechnungen im März 2018 sein sollen. Tatsächlich aber verschob er sich immer weiter nach hinten. Doch warum? Nicht weil es wieder zu regnen begann, sondern weil die Regionalregierung von Kapstadt (die für die Wasserversorgung der Stadt zuständig ist) eine aggressive Kampagne zur Senkung des Wasserverbrauchs startete, als sie merkte, dass die Reservoirs austrockneten. Die Regierung von Kapstadt hat gezeigt, dass positive Veränderungen durchaus möglich sind, wenn sich die Entscheidungsträger für ein gemeinsames Ziel einsetzen, und die Krise ist (vorerst) abgewendet worden.

4 Jahre bis zum 1,5°C Knackpunkt sind nicht lange. Dazu kommt, dass die CO2 Produktion global eher ansteigt, als abnimmt - was den Prozess eher beschleunigt.

 

ABER

 

Wir haben noch 4 Jahre, um unseren Planeten lebenswert zu halten. Das kann pessimistisch gesehen werden, oder - so wie ich es etwa aufnehme - ein riesen Motivator sein. Ausreden werden nicht mehr toleriert. 4 Jahre, um eine Zukunft zu schaffen, in denen wir ein besseres Morgen für uns und für alle, die auf der Erde leben, und für alle, die in Zukunft auf diesen wunderschönen Planeten leben, zu machen. 

 

Wissen ist wertvoll!

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